LORO-X DUOSTREAM Kaskadenentwässerung

13 Schritte zur Auslegung der LORO-X DUOSTREAM Kaskadenentwässerung

Bei der Bemessung der LORO-X DUOSTREAM Kaskadenentwässerung mit Mehrgeschossabläufen ist zu berücksichtigen, dass sich der Abfluss von jeder Etage in der von oben bis unten durchgehenden Sammelleitung (Stream) aufsummiert. Da sich der Abfluss bis nach unten jeweils erhöht, erhält die "untere" Etage eine entscheidende Bedeutung, indem sie die Gesamtleistung des Stream begrenzt.

In den folgenden Schritten möchten wir die Vorgehensweise bei der Auslegung eines Systems mit Mehrgeschossabläufen und drückender Freispiegelströmung anhand eines Beispiels beschreiben.

Kurzfassung

Die Berechnung des Abfluss in l/s kann mit der Online-Berechnung genau wie bei herkömmlichen Dachentwässerungen für jede Etage erfolgen.

Danach wird der Strangverlauf von Stream 1 (Hauptentwässerung) und Stream 2 (Notentwässerung) beschrieben. Dabei wird der Abfluss QHaupt und QNot pro Etage aufsummiert, die Höhe der Fallleitung pro Etage geprüft (Grenze min. 2,5m beachten!) und die Länge des waagerechten Verzuges pro Etage geprüft (Grenze max. 8m beachten!).

Schließlich wird die Summe des Abfluss pro Strang ermittelt (Grenze 4 l/s bzw. 8 l/s pro Stream beachten!).

Danach wird die Stückliste für Stream 1 und Stream 2 ermittelt. Dafür kann eine der von LORO vorbereiteten Vorlagen herangezogen werden (neben diesem Text verlinkt). In dem PDF finden Sie Standard-Stücklisten für den Verzug in der Wärmedämmung oder oberhalb der Abdichtungsbahn.

Diese Vorlagen müssen jetzt nur noch objektbezogen angepasst werden, je nach Höhe der Fallleitungen und Längen der waagerechten Verzüge. Blau hinterlegte Positionen in der Stückliste müssen je nach Anzahl der Etagen mehrfach ausgezählt werden.

Wenn eine der genannten Grenzen nicht eingehalten werden kann, bitte mit LORO Kontakt aufnehmen.

Auslegungsgrundsätze

Für einen schnellen Überblick, haben wir wichtige Auslegungsgrundsätze für die DUOSTREAM Kaskadenentwässerung mit drückender Freispiegelströmung in nebenstehendem PDF zusammengefasst:

- Der maximale Abfluss ergibt sich aus der Summe des Stranges!
- Dachablauf mit Freispiegelströmung.
- Mehrgeschossabläufe mit Freispiegelströmungs-Ablaufkante, Freispiegelströmungs-Abfluss-Außenrohr und Druckströmungs-Durchfluss-Innenrohr.

- In der druckfesten Fallleitung baut sich auf jeder Etage eine durch Messung und Berechnung kontrollierte Wasser-Luft-Säule auf.
- Fallrohre DN100 müssen auf jeder Etage Lüftungsöffnungen für die Entlüftung zur sicheren Füllung des Fallrohres ohne Lufteinschluss aufweisen.
- Die Umlenkung des druckfesten Fallrohres mit Freispiegelströmungs-Durchmesser DN100 erfolgt in die druckfeste Verzugsleitung mit Druckströmungs-Durchmesser DN50 mit Überdruck.

- Die Abzweige „hinter“ den Mehrgeschossabläufen müssen aufgrund der hohen Strömungsgeschwindigkeit des DN50 Rohres einen „inneren Bogen“ zur Umlenkung des Druckströmungs-Ausfluss in das folgende offene Fallrohr aufweisen.

Ausführliches Beispiel

Schritt 1: Regenspende

Die Regenspende für Normalregen (r(5,5)) und Starkregen (r(5,100)) aus KOSTRA für die Postleitzahl des Bauvorhabens auswählen.

r(5,5) = 300 l/s/ha
r(5,100) = 600 l/s/ha

Schritt 2: Flächen ermitteln

Die Größe der Flächen (A) des Daches und der Dachterrassen ermitteln.

A Dach = 50 m2
A mittlere Dachterrasse = 30 m2
A untere Dachterrasse = 30 m2

Schritt 3: Abflussbeiwert ermitteln

Den Abflussbeiwert (C) für das Dach und die Dachterrassen anhand des Aufbaus ermitteln. Die üblichen Abflussbeiwerte können in der Online-Berechnung ausgewählt werden.

C Dach = 1,0
C mittlere Dachterrasse = 1,0
C untere Dachterrasse = 1,0

Schritt 4: Abfluss ausrechnen

Den erforderlichen Abfluss für die Hauptentwässerung (QrHaupt) und Notentwässerung (QrNot) für das Dach und die Dachterrasse mit der Online-Berechnung ausrechnen.

Stream 1 Hauptentwässerung

QrHaupt Dach = 1,5 l/s
QrHaupt mittlere Dachterrasse = 0,9 l/s
QrHaupt untere Dachterrasse = 0,9 l/s

Stream 2 Notentwässerung

QrNot Dach = 1,5 l/s
QrNot mittlere Dachterrasse = 0,9 l/s
QrNot untere Dachterrasse = 0,9 l/s

Schritt 5: Summe berechnen

Summe des erforderlichen Abflusses für beide Streams berechnen, um zu ermitteln, wieviel Wasser am Mehrgeschossablauf der untersten Etage ankommt.

QrSummeStreamHaupt = 1,5 + 0,9 + 0,9 = 3,3 l/s.

QrSummeStreamNot = 1,5 + 0,9 + 0,9 = 3,3 l/s.

Schritt 6: Summe prüfen

Prüfen, ob die Summe pro Stream (aus Schritt 5) kleiner oder gleich dem maximalen Durchfluss des untersten Dachterrassenablaufes ist. Die Verteilung des Zuflusses auf den darüber liegenden Etagen kann sich objektbezogen unterschiedlich auf den Etagen verteilen. Entscheidend ist bei dieser Prüfung, die Summe am untersten Dachterrassenablauf.

Überschreitet die Summe eines Streams mit einem DN 50 Rohr 4 l/s, so ist der DUOSTREAM für hohe Leistung mit Doppelrohr DN50 mit bis zu 8 l/s zu verwenden.

Schritt 7: Abfluss aus Datenblatt

Der verfügbare Nenn-Abfluss der Abläufe auf dem Dach und auf den Dachterrassen aus dem LX-Datenblatt darf nicht alleine pro Etage betrachtet werden, sondern muss unter Berücksichtigung des Abflusses des gesamten Stream über alle Etagen erfolgen. Auch wenn ein Mehrgeschossablauf beispielsweise alleine bereits bis zu 4 l/s leisten kann, wäre die zulässige Systemleistung von maximal 4 l/s bereits mit einem Ablauf bzw. auf einer Etage erschöpft.

Die maximale Größe des Daches und der Dachterrassen wird daher nicht durch die Leistung der einzelnen Abläufe, sondern durch die aufsummierte Leistung des gesamten Streams begrenzt!

Schritt 8: Verfügbar größer gleich Erforderlich?

Trotzdem ist zu prüfen, ob der verfügbare Nenn-Abfluss des Ablaufes pro Etage (aus Schritt 7) großer oder gleich dem erforderlichen Abfluss pro Etage (aus Schritt 4) ist.

Schritt 9: Höhen der Fallleitungen pro Etage

Höhe der Fallleitungen von der jeweils oberen Etage zu der darunterliegenden Etage gemessen von Unterkante Sammelkasten bis Mitte waagerechter Verzug ermitteln.

Um ausreichend Überdruck in der DN100 Fallleitung aufbauen zu können, sollte die für die Messung verwendete Höhe der Fallleitung vom jeder Etage auf die darunterliegende Etage mindestens 2,5 m betragen.

H1 ist die Höhe der Fallleitung vom Dach auf die mittlere Dachterrasse.
H1 = 2,75 m.

H2 ist die Höhe der Fallleitung von der mittleren Dachterrasse auf die untere Dachterrasse.
H2 = 2,75 m.

Schritt 10: Längen der waagerechten Verzüge

Länge der waagerechten Verzüge (L) über die Dachterrassen ohne Gefälle ermitteln.

Um nicht zu viel Druckverlust in dem DN50 Verzug aufzubauen sollte die für die Messung verwendete Länge des waagerechten Verzuges (L) 8 m nicht überschritten werden.

L1 ist die Länge des waagerechten Verzuges auf der mittleren Dachterrasse.
L1 = 4,0 m

L2 ist die Länge des waagerechten Verzuges auf der unteren Dachterrasse.
L2 = 4,0 m

Schritt 11: Prüfung der Grenzwerte für Höhen und Längen

Prüfen der Grenzwerte der Höhe der Fallleitungen und der Länge der waagerechten Verzüge (L).

Ist H jeweils größer als 2,5 m und L kürzer als 8 m, kann der Abfluss von 4 l/s mit einem DN50 Rohr und der Abfluss von 8 l/s mit zwei DN50 Rohren ohne hydraulische Berechnung angenommen werden.

Ist H kleiner als 2,5 m oder L länger als 8 m, muss Kontakt mit dem LORO Service-Team zwecks hydraulischer Berechnung aufgenommen werden.

Schritt 12: Stückliste

Die Stückliste für die LORO-X DUOSTREAM Kaskadenentwässerung kann aus den Standard-Stücklisten in die Online-Ausschreibung übernommen und angepasst werden (siehe oben z.B. "Vorlage für 3 Etagen"). Die Höhe der Fallleitung in DN100 wird objektbezogen um die passenden Rohrlängen und ggf. Rohrschellen ergänzt.

Die Länge des waagerechten Verzuges in DN50 wird objektbezogen um die passenden Rohrlängen mit Langmuffe ergänzt, mit denen die Verlegung zwischen 2 Fixpunkten leichter erfolgen kann.

Schritt 13: Angebot

Das Angebot besteht aus einem Ausdruck der Online-Berechnung für alle Etagen, der Online-Ausschreibung mit Stückliste für den gesamten Stream und den LX-Datenblättern für die verwendeten Abläufe.