LORO-X Speier

Speier ohne Fallleitung

Als Speier wird eine Entwässerung ohne Fallleitung bezeichnet, bei der das Ablaufrohr direkt den Auslauf ins Freie darstellt. Speier kommen hauptsächlich als Notentwässerung zum Einsatz.

Der Auslauf als Speier kann über Notabläufe mit höherem Abfluss oder über Notüberläufe für kleine Flächen erfolgen. Der Auslauf kann rund oder rechteckig (z. B. bei Fassaden mit Klinkersteinen) ausgeführt werden.

Bei der Verwendung von Speiern wird das Wasser vom Dach als Wasserstahl "gebündelt" von der Dachfläche geleitet. Die Auswirkungen auf den darunterliegenden Bereich sind bei der Planung zu berücksichtigen. Ohne Fallleitung kann Wind den fallenden Wasserstahl wieder gegen die Fassade drücken, was mit der Zeit dunkle Verfärbungen in diesem Bereich hervorrufen kann.

Hinweise

Das Speierrohr sollte mit einer Abtropfkante aus der Fassade hervorstehen und nicht bündig mit dieser abschließen, um zu verhindern, dass Restwasser direkt an der Fassade herunterläuft und dunkle Verfärbungen hervorruft.

Der Einlauf des Speiers sollte gegen das Eindringen z. B. von Steinen gesichert werden, um die Gefahr von herunterfallenden Gegenständen zu verringern.

Der Querschnitt des Auslaufs des Speiers sollte mindestens dem Querschnitt des Einlaufs entsprechen. Dies ist insbesondere beim Übergang von rund auf rechteckig zu beachten.

Leistung im Vergleich

1 x LORO-X ATTIKASTAR DN 100 leistet als Komplettsystem 32 Liter pro Sekunde bei 75 mm Wasserhöhe auf dem Dach mit einer Wehrhöhe von 60 mm (Anstauelement).

Um denselben Abfluss mit herkömmlichen Speierrohren zu erreichen, müssen 106 x DN 100 runde Speier in einer Einbauhöhe von 60 mm eingebaut werden. Bei einem Überstau von 15 mm erreichen diese ca. 0,3 Liter pro Sekunde bei 75 mm Wasserhöhe auf dem Dach.

*Quelle: Datenblatt LX766.

LORO-X Dachentwässerungsnormgerechte Speier

Auch Speierlösungen ohne Fallleitung sollten die Mindestabflusswerte der Norm erreichen: Wie kann ich auf Nummer sicher gehen?

Die zunehmende Zahl von Starkregenereignissen erfordert eine sichere Notentwässerung ins Freie.

Aufgrund der hohen Leistung werden für die Notentwässerung ins Freie oft moderne Druckströmungssysteme über die Attika, mit Datenblatt als Leistungsnachweis, eingesetzt. Die Anzahl der notwendigen Abläufe und Attikadurchbrüche wird so deutlich verringert.

Jedoch kommt es auch vor, dass aus bestimmten Gründen keine Fallleitung zum Einsatz kommen kann oder soll. Dann sind leistungsstarke Speier gefragt!

Unterschiedliche Abflussleistung für einen Ablauf?

Speier ohne Fallleitung können keine leistungsstarke Druckströmung ausbilden.

Die beschleunigende Wirkung der Fallleitung bei sogenannter „überlasteter Freispiegelströmung“ und „Druckströmung“ steht nicht zur Verfügung, was zu einer geringeren Abflussleistung führt.

Die in der aktuellen DIN EN 1253 dargestellten Prüfaufbauten für Attikaabläufe sehen eine Prüfung mit oder ohne Fallleitung zur Ermittlung der Abflussleistung vor.

Führende Hersteller geben daher mindestens 2 Abflussleistungen für Attika-Notabläufe an: Zum einen die Abflussleistung mit Fallleitung und zum anderen die Abflussleistung ohne Fallleitung als Speier.

Die aktuelle DIN 1986-100 fordert für Notabläufe mit Freispiegelströmung eindeutige Mindestabflusswerte bei 35 mm Anstau des Wassers über der Überlaufkante, wobei die Höhe der Überlaufkante bei Notabläufen entweder durch ein integriertes Wehr oder durch den höheren Einbau des gesamten Ablaufes variieren kann.

Üblich ist bei der Hauptentwässerung mit Freispiegelströmung eine Wehrhöhe von 40 mm und bei der Hauptentwässerung mit Druckströmung eine Wehrhöhe von 60 mm.

Zur Sicherheit: Mindestabflusswerte auch für Speier!

Um die von der Norm geforderten Mindestabflusswerte auch als Speier einzuhalten, sind spezielle Bauformen der Abläufe notwendig, durch welche die Abflussleistung erhöht wird.

Die meisten am Markt verfügbaren Attikaabläufe in DN 100 erreichen den Mindestabfluss von 4,5 Liter pro Sekunde bei 35 mm Überstau nur in Verbindung mit einem speziellen Prüfaufbau mit Fallleitung.

Wird beim Einbau des Ablaufes am Gebäude auf die Fallleitung verzichtet, können die nach diesem Prüfaufbau ermittelten Abflusswerte nicht mehr erreicht werden.

Anhand von drei Einsatzbeispielen soll die Leistungsfähigkeit von unterschiedlichen Speierlösungen gegenübergestellt werden.

Zur objektiven Vergleichbarkeit unter gleichen Bedingungen ist das einfache Rohr DN 100 in 60 mm Höhe eingebaut und das Wehr bei allen Attikaabläufen auf eine Höhe von 60 mm eingestellt. (Alle geforderten Wehrhöhen von 25-60 mm können mit LORO verwirklicht werden.)

Fazit: So gehen Sie auf Nummer sicher

Bei Einsatz von Speiern zur Notentwässerung von Flachdächern mit Freispiegelströmung kann es zu geringeren Abflussleistungen kommen als nach der Dachentwässerungsnorm DIN 1986-100 und EN 1253 gefordert wird.

Speier ohne Fallleitung stellen eine spezielle Einbausituation von Attikaabläufen dar, bei denen es zu geringerer Abflussleistung kommen kann als mit einem Normprüfaufbau für diesen Ablauf ermittelt wurde.

Da in den Herstellerangaben meistens – aus werblichen Gründen - die Abflussleistung mit Fallleitung angegeben wird, ist die Leistung als reiner Speier ohne Fallleitung oft ungenügend nachgewiesen.

Achten Sie bei der Verwendung von Attikaabläufen als Speier daher genau auf die Herstellerangabe „ohne Fallleitung“ und vergleichen Sie diesen Wert mit den Mindestabflusswerten der DIN 1986-100.

Vertrauen Sie eindeutigen Leistungsnachweisen, wie zum Beispiel den LX-Datenblättern des Dachentwässerungsspezialisten LORO.